Diese Vögel züchte ich


Schwarzköpfchen \ Agapornis personata

reinerbig grün, artenrein
( Bild rechts )

Rußköpfchen \ Agapornis nigrigenis

reinerbig  grün , artenrein
Blaureihe , diverse Varianten : h blau, d blau, violet, dilute

Erdbeerköpfchen \ Agapornis lilianae

reinerbig Wildfarbe , artenrein



D I E   Z U C H T  von Schwarzköpfchen in violet habe ich nach mehreren erfolgreichen Jahren im Sommer 2021 aufgegeben. Auch Rosenköpfchen züchte ich nicht mehr.
Rußköpfchen der Blaureihe sind seit 2019 in meinem Bestand und werden mit den reinerbig grünen nicht vermischt. Dadurch bleiben die rein wildfarbigen Vögel reinerbig, und es entstehen bei mir nicht ungewollt wildfarbig, spalterbige Vögel.

N A C H Z U C H T E N  werden von allen Arten regelmäßig abgegeben. Da mein Zuchtbestand jeder Art immer nur aus wenigen ausgesuchten Paaren besteht, habe ich nicht zu jeder Zeit Tiere zur Abgabe.

Im Anschluß finden Sie auch Bewertungen und Schauergebnisse meiner Vögel.

Ebenso biete ich hier überzählige Agaporniden zur Abgabe an.

Da es seit Jan. 25 keine Versandmöglichkeit mehr gibt, erschwert dies den Austausch und die Weitergabe erheblich. Ich werde die Nachzuchten zunächst reduzieren. Übergaben müssen langfristig geplant werden und sich auf Veranstaltungen oder ähnliche Termine konzentrieren. 

Bitte sehen Sie Sich auch meine Seiten "Home" und "über mich" an.    Oben links anklicken, danke 

Kopfstudie  meiner  Arten

Schwarzköpfchen 

grün  (wildfarbig)


Erdbeerköpfchen

wildfarbig


Rußköpfchen 

wildfarbig

Rußköpfchen

violet


Rußköpfchen 

dilute

Vogelausstellungen  und Schauergebnisse 


Über Vogelausstellungen gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Kritiker sollen aber wissen, daß jede dieser Veranstaltungen beantragt und nach genauen Vorgaben durchgeführt werden muß. In der Regel werden die von der AZ erarbeiteten Schau - und Börsenrichtlinien von den zuständigen Ämtern voll anerkannt. In Ausnamen, wie zB. Vogelgrippe, gibt es zusätzlich Einschränkungen oder Ergänzungen. Der Veranstalter ist für die Einhaltung verantwortlich und das wird auch kontrolliert. Das hält die Belastung für die Tiere im zumutbaren Rahmen und wird von ernsthafte Züchtern auch ohne Einwand anerkannt. Leider gibt es in allen Bereichen, wie auch in Wirtschaft und Politik, so auch bei uns, schwarze Schafe. Das darf aber in keinem Fall zur Generalverurteilung führen. 
   Zu Unverständnis und gelegentlichem Unwillen bei Züchtern führen aber immer wieder Auflagen von sachunkundigen oder einseitig orientierten Verwaltungsbeamten. Wenn diesen Auflagen weder das Artenschutzgesetz noch das Tierschutzgesetz zugrunde liegt, sonder die persönliche Einstellung, ist der Unfriede vorprogrammiert. Zum Glück ist das aber nicht die Regel. 
  Auf Schauen wollen wir Züchter uns nicht nur präsentieren, sonder uns auch vergleichen. Nur so kann ich erkennen, ob ich alles richtig gemacht habe. Der Vogel soll nicht nur schön, sonder auch vilal und gesund sein. Die Wildform und - Farbe soll erhalten bleiben. Mutationen haben aber durchaus ihre Berechtigung, denn sie sind ein Baustein der Evolution. 
  Ich habe in den 1980er und 90er Jahren nur die Ortsschau beschickt und hatte mit Rosenköpfchen lutono, wiederholt den besten Vogel der Schau und erste Plätze in der Rahmenschau. Später habe ich auf den Landesschauen Schleswig Holstein / Hamburg etliche Landessiege Agapornis/Forpus und viele Landesgruppensiege erhalten. Die Bundes - und Europaschauen habe ich nicht beschickt. Ich habe aber an der VZE Meisterschaft in Magdeburg 2022 mit sehr guten Bewertungen teilgenommen. 

                  S C H A U E R G E B N I S S E    S I E H E   U N T E N 
 

Mit Rosenköpfchen in lutino hatte ich zu meiner eigenen Überraschung sofort Zuchterfolge. Wiederholt Bester der Ortsschau und  erste Preise der Rahmenschau.

Landessiege Schlesw. Holst. / Hambg. Agap. Forpus erhielt ich 2006 für A. lilian. Wf
2009 für A. Rosei Wf
2017 für A. lilian. Wf
2019 für A. lilian. Wf
2021 für A. lilian. Wf 
2022 für A. Pers. Wf 
2023 für A. Pers. Wf 

Landesgruppensiege  konnte ich recht häufig erhalten. Die schönen Schmuckkarten für Landessieger und Landesgruppensieger hat Walter Karschewski entworfen. Sie wurden viele Jahre so vergeben. 

Ein paar schöne Rosette, auch vom befreundeten Verein Ikast in Dänemark

Diesen Ehrenpreis erhielt ich von der Stadt Rendsburg für besonder gute Schauergebnisse

Mit diesen Rosenköpfchen in lutino hatte ich meine ersten Erfolge auf unserer Ortsschau

Mein Landessieger 2019 

Der Landessieger 2021

Dieses Schwarzköpfchen wurde auf der Int. offenen Schau in Büdelsdorf Champion

Der Landessieger 2022

Hier aufgeführte Agaporniden kann ich zZ. abgeben. 

( Juni 2026 ) 

ZZ sind nur wenige Einzelvögel zur Abgabe. Bei Interesse bitte nachfragen.     
In mehreren Nestern  wachsen zZ. Jungvögel heran, von dehnen in absehbarer Zeit einge abgegeben werden können.

R U ß K Ö P F C H E N    M U T A T I O N E N   züchtet mein Schwiegersohn Sven Breier in sehr interessanten Farben. Bei Interesse stelle ich gern den Kontakt her  ( Bilder bei "über mich")

Sehr oft stehen auch hier nicht aufgeführte Einzelvögel zur Abgabe , bitte nachfragen.

Der deutschlandweite Versand von Vögeln über Ilonexs ist nicht mehr möglich.  Ein Transport in einige Regionen ist bei langfristiger Planung ev. möglich. Bei Bedarf informiere ich mich gern. Auch ein Treffen im norddeutschen Raum ist nicht ausgeschlossen.  Auf Vogelbörsen in Schleswig Holsten bin ich oft anwesend. 

Bilder meiner Vögel finden Sie direkt hier im Anschluß


Die Hauptbrutzeit beginnt bei mir in den Volieren im Frühjahr. Nachdem die Jungvögel selbständig sind, können einige davon abgegeben werden. Nicht immer habe ich zu dem Zeitpunkt die gewünschten Arten, merke den Interessenten für weitere Nachzucht aber gerne vor.  Alle Vögel haben bei mir einen DNA Geschlechtstest.  
 Nicht  allen Vogelfreunden sind die Geschlechtsbezeichnungen  bekannt. Die Zahl vor dem Komma bedeutet männlich, hinter dem Komma ist weiblich. 
ZB:  1,0 = 1 männlich ,    0,1 = 1 weiblich,    2,3 = 2 männlich und 3 weiblich ,   0,05 = 5 Stck ohne Geschlechtsangabe






                   


In diesem Jahr werde ich folgende Vögel zur Zucht ansetzen :

         Schwarzköpfchen, reinerbig grün

         Erdbeerköpfchen, reinerbig Wildfarbe

         Rußköpfchen, reinerbig Wildfarbe

        Rußköpfchen, Mutatonen Blaureihe dilute und viole

Da dies teilweise unerfahrene Paare sind, ist unsicher wie erfolgreich die Zucht sein wird. Einige zugekaufte Zuchtvögel stammen  von namhaften Züchtern aus dem In - und Ausland.

Die Vögel im folgenden Block sind die Zuchtvögel von 2024. Das sind Schwarzköpfchen, Wf., Erdbeerköpfchen Wf., Rußköpfchen Wf., und Rußköpfchen Mutat.  Die aktuellen Zuchtvögel werden zur gegebenen Zeit hier erscheinen. 


Hier sind meine Schwarzköpfchen reinerbig grün vergangener Jahrgänge abgebildet. Seit Verbreitung der Mutationen habe ich die grünen immer reinerbig gezüchtet.

Schwarzköpfchen der Blaureihe habe ich mehrere Jahre gezüchtet, seit 2020 aber nicht mehr

Einige Bilder meiner Rußköpfchen rein wildfarbig früherer Jahre. Sie werden nicht mit Mutationen verpaart. Dadurch gibt es bei mir keine ungewollte Spalterbigkeit.

Meine Rußköpfchen der Blaureihe aus den vergangenen Jahren in div. Farben: blau, d blau, dd blau, violet, dilute.  

Erdbeerköpfchen rein wildfarbig züchte ich seit ca 2000 . Diese Bilder sind aus unterschiedlichen Jahren

Durchgehend sehr gute Bewertungen zeugen von einem hohen Standart

Die Paare werden zwar in Boxen zusammengestellt, alle Vögel werden bei mir aber in Gemeinschaftsvolieren gezüchtet. 

Rosenköpfchen in lutino habe ich von den 1980 bis Anfang der 2000 er Jahre sehr erfolgreich gezüchtet. Nach langer Pause hatte  ich sie in den letzten Jahren wieder, jetzt aber nicht mehr. 

Grauköpfchen habe ich etliche Jahre erfolgreich gezüchtet, seit 2019 aber nicht mehr

In der ganzen Brutzeit sollten ihnen Lorbeerzweige zum Nestbau gereicht werden. Große Gelege sind nicht selten.

In diesem Block sehen Sie diverse Bilder rund um meine Agapornidenzucht

     

So sehen die Zuchtkarten bei mir aus. 

Ich beringe meine Vögel mit AZ Ringen, diese haben jedes Jahr eine andere Kennfarbe

Auf den geschlossenen AZ Ringen und Artenschutzringen ist die Züchternr. das Jahr, die Größe und lfd. Nr, offene  Ringe werden vom Herstelle nach Wunsch gezeichnet

Für Erdbeerköpfchen  muß bei Abgabe dieser Herkunftsnachweis ausgefüllt werden

Das Futterreinigungs=
gerät ist eine Eigenentwicklung

Das Futterreinigungs
gerät,  Funktion

Nistkasten mit Trennwand für Grauköpfchen

Nistkästen in der Innenvoliere

Nistkaste innen ausgebrannt

Nistkasten mit Nismaterial und Gelege

In solchen Boxen können Vögel verschickt werden

Hier Versandfertig

Solche getrennten Sitzplätze, dicht unter der Decke,

werden gern als Schlaf- und Ruheplätze angenommen

Vögel an der Futterschale, Fütterung mit Großs. ohne SB

Körnerfutter, Mineralien, Eifutter

Großsittichfutter mit und ohne Sonnenblumen

Diverse Mineralsteine

Auch Muschelgrit und Holzkohle sollte nicht fehlen

Auslauf aus den Futtersilos

An dieser Voliere haben  Wasserschale und Grünfutterraufe getrennten Zugang

Wasserschale Zugang geöffnet

Aufklappbare Raufe mit Inhalt, geöffnet

Hier werden Wasser und Grünfutter in einem gemeinsamen Vorbau angeboten

Ein Teil meiner Innenboxen

Blick in den Innenraum mit Volierentüren, Boxen Schreibpult

Einiges  über Farbmutationen !

Da ich auch Mutationen züchte, möchte ich hier für interessierte Vogelfreunde ein paar Informationen darüber geben. Auf das genetische Hintergrundwissen verzichte ich und beschreibe nur die Fakten. Das betrifft die Mutationen allgemein und speziell die Farben, die ich züchte. 
   Mutationen sind zufällig entstandene, vererbbare Genveränderungen. Diese entstehen überall in der Tierwelt, vererben sich aber nur unter bestimmten Bedingungen. Bei Züchtern werden die bekannten  Erbregeln geziehlt eingesetzt um mutierte Vögel zu vermehren. Uns sind vier unterschiedliche Erbregeln bekannt. Das sind die geschlechtsgebundene, die rezessive, die dominante und die unvollständig dominante Vererbung. 
   Bei meinen Vögeln gibt es zum Einen die rezessive Vererbung. Hier sind es die Mutationen blau und dilute. Das bedeutet, der Vogel sieht z.B. grün aus, kann aber die Mutationsfarbe blau oder dilute, oder beides gleichzeitig vererben. Das nennen wir Spalterbigkeit. 
   Weiterhin gibt es bei mir die unvollständig dominannte Vererbung. Diese haben die Vögel mit Dunkelfaktor und Violetfaktor. Diese Faktoren können einfach oder doppelt vorhanden sein. entsprechend ist die Farbe unterschiedlich. Das nennen wir dann Ein - oder Doppelfaktorig. 
   Diese Farben entstehen nicht durch Farbpigmente in den Federn, sondern nur durch unterschiedliche Lichtbrechung, hervorgerufen durch Veränderungen in der Strucktur der Feder. Dazu muß man wissen, daß ein Querschnitt durch einen Federast wie folgt aussieht. Die Äußere Rindenschicht enthält gelbe bis rote Psittacine. Die darunter liegende Schwammzone ist farblos. Den Kern bilden die dunklen Melanine. Dieser Vogel sieht dann grün aus. In der folgenden Aufstellung wird deutlich welche Veränderung zu welcher Farbe führt. Hier nur die Farben, die ich züchte.

Mutation          Vererbung          Veränderung in der Feder                     Hinweis

 blau                   rezessiv               kein Psittacin in der Rindenschicht    Spalterbigkeit möglich
dilute                 rezessiv               Melenine im Federkern                         Spalterbigkeit möglich
                                                          größtenteils verschwunden
Dunkelfaktor    unvollständig    Breite der Schwammzone ist               kann ein - und 
                            dominant            verändert                                                  zweifaktorig sein
Violetfaktor      unvollständig     Struktur der Schwammzone               kann ein  - und 
                             dominant            ist verändert                                           zweifaktoig sein
   Da mehrere Faktoren gleichzeitig auftreten können, gibt es eine Vielzahl von Farbkombinationen. Die dominanten Farben sind sichtbar, aber nicht immer deutlich zu unterscheiden. Die unsichtbare Spalterbigkeit kann zu Überraschungen bei der Nachzucht führen. Alle, auch hier nicht genannte Farbmutationen, entstehen durch Lichtbrechung und sind kombinierbar. 
   Da die Entstehung  einer Mutation etwas Natürliches ist, sehe ich hier das Baugerüst der Evolution. Der Begriff Transmutation taucht immer wieder auf. Hier werden nahe verwandte Arten gekreuzt, die Mischlingsgenerationen immer wieder mit der einen Art gepaart, bis die Nachkommen wie diese aussehen. An dieser Stelle möchte ich mich aber nicht über Sinn oder Unsinn des Verfahrens äußern. Züchter sollten auf jeden Fall bemüht sein, die reine Wildform und Wildfarbe artenrein zu erhalten. 

                   Manfred Larisch
                                                      


Das sollten alle Agapornidenkäufer wissen !

Alle Agapornidenarten sind frei handelbar.
   Artenschutzauflagen gibt es nur für Erdbeerköpfchen. Sie müssen vom Züchter mit Artenschutzringen beringt, schriftlich dokumentiert, und Bestand und Veränderung der zuständigen Behörde (in Schl. Holstein das Landesamt) gemeldet werden.
   B e s o n d e r s   d i e s e n    P u n k t    s o l l t e n   a l l e   K ä u f e r    u n d    Z ü c h t e r 
v o n   E r d b e e r k ö p f c h e n   b e a c h t e n   !

   Für alle Agaporniden gibt es keine genemigten Zuchten, obwohl dies gelegentlich zu lesen ist. Die Psittakoseverordnung ( Psittakose = Papageienkrankheit ) wonach alle Züchter von Sittichen und Papageien eine Zuchtgenehmigung haben mußten, und dann alle Tiere entsprechend beringen und nachweisen mußten, wurde 2012 abgeschafft. Somit haben diese alten Genehmigungen keine Rechtskraft und Gültigkeit mehr. 
   Zu Werbezwecken wird die "genehmigte Zucht" von wenigen Züchtern aber immer noch angegeben. 
   Jeder ernsthafte Züchter beringt seine Nachzuchten  mit geschlossenen Ringen, die schon beim Jungvogel über den Fuß gezogen werden und ihn nicht behindern. 
   Bei Verkaufsangaben " Aus Liebe zum Tier nicht beringt " sollten Käufer sehr skeptisch sein, denn der geschlossene Ring ist der Ausweis für den Vogel. Darüber kann das Alter, der Züchter, und über den auch die weitere Herkunft ermittelt werden. Leider gibt es auch in unserem schönen Hobby unseriöse Menschen, die bei überalteten Tieren zu Verkaufszwecken die Ringe entfernen.
   Die beste Art der Anschaffung ist immer über den persönlichen Kontakt zum Züchter. Wer dann aus den Volieren selbst aussuchen kann, wird sicher auch fachlich gut beraten. Dieses sollte ein wichtiges Kriterium für den Käufer sein. 
   Die Preisvorstellungen von erfahrenen Züchtern sind meist fair. Große Preisabweichungen nach unten wie nach oben findet man oft bei Gelegenheitsvermehrern im Wohnzimmer. 
   Aus diesen Quellen werden oft die unmöglichsten Mischlinge als die eine oder andere Art angeboten. Als Züchter ist nicht immer erkennbar ob dies betrügerische Absicht, oder Unwissenheit ist. 
   Vogelbörsen und Kleinanzeigen muß man aber nicht grundsätzlich negativ betrachten. Wichtig ist, daß zwischen Käufer und Verkäufer Vertrauen entsteht. 

   In diesem Zusammenhang war bisher ein Versand über Ilonex möglich. Das war ein Verbund von zugelassenen Kurierdiensten. Der Gesetzgeber hatte die Transportdauer auf  max. 24 Std. begrenzt , immer nur in der ersten Wochenhälfte. Ich habe das oft genutzt und keine schlechten Erfahrungen gemacht. Seit Jan 2025 ist das nicht mehr möglich. Bei ernsthaftem Interesse wird sich aber mit längerer Planungszeit meist auch eine Übergabemöglichkeit finden.


Manfred Larisch 





Die nachfolgende "Kleine Agaporniden Kunde" habe ich im Jahr 2003 verfaßt, nachdem ich den Sachkundenachweis abgelegt hatte. Dieser beinhaltet nicht das spezielle Fachwissen einzelner Vogelgruppen. Diese Lücke sollte hiermit in Kurzform zum Thema Agaporniden geschlossen werden. Wiederholt habe ich sie überarbeitet und den zeitlichen Gegebenheiten angepaßt.  


Kleine    Agaporniden    Kunde 

          E I N E    Z U S A M M E N F A S S U N G    F Ü R   H A L T E R   U N D   A N F Ä N G E R

Lieber Vogelfreund !

Sie haben sich Agaporniden angeschafft, oder sind im Begriff dieses zu tun,  deshalb sollten Sie einiges über diese liebenswerten Vögel wissen.
    Die Agaporniden zählen zu den echten Papageien der Gattung "Unzertrennliche" (Agapornis). Der Name Agapornis stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Liebesvögel". Beide Namen deuten darauf hin, daß diese Vögel ein sehr enges Verhältnis zu ihrem Partner haben. Sie sollten deshalb nur paarweise oder im Schwarm gehalten werden. Es gibt nur wenige Ausnahmen für die Einzelhaltung. Sie schlließen sich dann besonders stark dem Menshen an, und brauchen außergewöhnlich viel Zuwendung. 
     Ihre Heimat ist Afrika. Dort sind die meisten Arten in der mit Büschen und Bäumen bewachsenen Savanne anzutreffen. Von den 9 Arten werden die Pfirsichköpfchen, die Schwarzköpfchen und die Rosenköpfchen am häufigsten von Züchtern gehalten. Weiterhin sind  bei Züchtern anzutreffen: Rußköpfchen, Erdbeerköpfchen, Bergpapageien, Grauköpfchen und selten auch Orangeköpfchen. Über die Grünköpfchen, die die obersten Wipfel des Urwaldes bewohnen, ist sehr wenig bekannt. Sie sind in menschlicher Obhut nicht haltbar. Die Arten werden regelmäßig gezüchtet, so daß die sowieso verbotene Einfuhr von Wildfängen weder erforderlich noch wünschenswert ist.
    Das Hauptgefieder aller naturfarbigen  Agaporniden ist grün. Mit der Zeit sind von einigen Arten eine Vielzahl von Farbmutationen entstanden.
    Außer beim Grauköpfchen, Orangeköpfchen und Bergpapagei sind die Geschlechter gleich gefärbt. Bei erwachsenen Vögeln wird ein erfahrener Züchter zwar Hinweise auf das Geschlecht erkennen, aber nur der DNA Test ist eine sichere Geschlechtsbestimmung.
    Wer die Anschaffung dieser hübschen Vögel plant, sollte sich zuvor über einiges im Klaren sein. Er übernimmt Verantwortung für Lebewesen, die 100%ig von ihm abhängig sind, und das an 365 Tagen im Jahr,  OHNE AUSNAHME, und nicht für eine tote Sache. Besonders aus diesem Grund ist ein informatives Gespräch mit einem Züchter von größerer Bedeutung als jeder Sachbericht.
    Weiterhin ist zu bedenken, daß Vögel nicht stumm sind. Leider haben viele Menschen, eventuell auch Nachbarn, mehr Freude an den Geräuschen der modernen Technik als am Vogelgezwitscher.
    Zu denken ist natürlich zuerst an eine geeignete Unterbringung. Aber auch die Zeit für Versorgung, Reinhaltung und Beobachtung muß eingeplant seín. Letzteres ist auch wichtig, um regelmäßig das Wohlbefinden der Vögel zu kontrollieren.
    Die ideale Form der Unterbringung ist natürlich eine Voliere mit frostfreiem Schutzhaus. Die "Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien" , hier auch besonders die unterschiedlichen Wärmebedürfnisse bei Volierenhaltung sind zu beachten.
    Das Hinzusetzen eines neuen Vogels in eine geräumige Voliere ist problemlos. In einem Stubenkäfig kann es aber unverträglichkeit geben.  Dies kommt meist bei weiblichen Vögeln vor, zu denen ebenfalls ein weibliches Tier gesetzt wird. Deshalb ist es sinnvoll bei Verlust eines Vogels das Geschlecht des verbliebenen Tieres zu kennen. Anfängliche Beobachtung, auch ob Futter und Wasser gefunden wird, ist in jedem Fall dringend anzuraten.
    In einem geräumigen Käfig als "Stubenvögel" ist ihnen täglich Freiflug zu gewähren. Vorsicht: Fenster und Türen vorher schließen und Gefahrenquellen beseitigen. Zuvor ist jedoch eine Eingewöhnung von 3 - 4 Wochen notwendig. Dabei sollen die Vögel sich an ihren Schlafplatz im Käfig gewöhnen. Eine Sitzmöglichkeit dicht unter einer abgedeckten Käfigecke wird dafür gern angenommen. Ein Nistkasten oder Ähnliches sollte nur für die Zucht angeboten werden, da das den Bruttrieb sofort anregt. In dieser Zeit sollten die Vögel ihren Pfleger häufig sehen und seine ruhige Stimme hören können. Unnötige Störungen im oder am Käüfig sind jedoch zu unterlassen. Der Käfig sollte an einem hellen, störungsfreien Platz, möglichst in Kopfhöhe stehen.
    Als Grundfutter bietet der Fachhandel gute Körnermischungen für Agaporniden an. Hier ist eine Mischung ohne Sonnenblumenkerne zu bevorzugen. Vogelmiere und Löwenzahn werden gen als Grünfutter genommen, aber bitte auf ungespritzte Pflanzen achten.  Äpfel und  Möhren nehmen sie gern, wenn sie die kennengelernt haben. Mineralsteine und Vogelgritt müssen ständig zu Verfügung stehen. Weiterhin müssen sie die Möglichkeit haben, kleine Steinchen, zB. aus dem Bodenbelag Vogelsand, Kies usw. als Verdauungshilfe aufzunehmen. Stets frisches Wasser mit Bademöglichkeit ist wohl selbstverständlich. Frische Weidenzweige zum Benagen sind nicht nur für den Nestbau in der Zucht notwendig. Die Vögel beschäftigen sich auch gern spielerisch mit dünnen Zweigen. In unterschiedlichen Stärken dienen sie auch als Sitzstangen.
    Obwohl Agaporniden nicht besonders empfindlich sind, können doch gelegentlich Krankheiten auftreten. Die häufigste Ursache ist schlechte  Hygiene. Wurmbefall, Pilzbefall, und Coccidien sind einige der möglichen Folgen. Die Papageienkrankheit war in den vergangenen Jahren als meldepflichtige Seuche eingestuft, da sie auch den Menschen gefährlich werden kann. Sie ist aber inzwischen mit Medikamenten behandelbar und nicht mehr meldepflichtig. Typische Erkennungszeichen an einem kranken Vogel sind: apatisches Verhalten, Atemnot, Durchfall, gesträubtes Gefieder und Müdigkeit. Die Mauser (Federwechsel) ist keine Krankteit, und nach mehreren Wochen abgeschlossen. Der Vogel hat jedoch einen höheren Bedarf an Vitaminen und Mineralien. Ein Rat vom Züchter ist in manchen Fällen hilfreich, der Weg zum fachkundigen Tierarzt aber gelegentlich nicht zu vermeiden.
    Seit Ende 2012 ist die bis dahin für Sittich - und Papageienzüchter erforderliche Zuchtgenehmigung aufgehoben. Die immer wieder genannte " genehmigte Zucht " gibt es seitdem nicht mehr. Damit entfällt auch die Beringuings - und Nachweispflicht nach der Psittakoseverordnung bei Krummschnäbeln. Das bedeutet für Agapornidenzüchter, daß nur noch die Erdbeerköpfchen nach der Artenschutzverordnung beringt, gemeldet, und nachgewiesen werden müssen. Trotzdem wird jeder gewissenhafte Züchter seine Vögel auch weiterhin beringen. Ein geschlossener Ring wird schon beim Nestling über den Fuß gezogen, und behindert ihn nicht. Darüber kann Herkunft und Alter zurückverfolgt werden.
    Leider ist mir bekannt, daß von nicht sachkundigen Mitarbeitern , an zuständigen Meldebehörden, oft Stadt oder Kreis, abweichend von geltenden Bundesverordnungen, zu Unrecht, Anforderungen gestellt werden. Dies sollte von Züchter nicht dauerhaft hingenommen werden.
    Ein Sachkundenachweis, wie der BNA ( Bundesverband für Natur - und Artenschutz ) ihn entwickelt hat, ist für Züchter und Halter noch freiwillig. Dieser Bericht erfüllt die Kenntnisse der Stufe 1, und erhebt nicht den Anspruch auf vollständige Sachkunde. In der Fachliteratur oder im persönlichen Gespräch können viele Punkte ergänzt werden.
    Um sich regelmäßig über neue Verordnungen zu informieren und auch neue Fachkenntnisse zu erwerben ist es sinnvoll sich einem Fachverband, wie der AZ  (Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Zucht) oder der VZE ( Vereinigung für Zucht und Erhaltung einheimischer und fremdländischer Vogelarten ) oder einem Verein anzuschließen. Im Verband, in Vereinen und Interessengemeinschaften wird nicht nur Fachwissen ausgetauscht, es werden auch persönliche Kontakte und ein unkomplizierter Umgang miteinander gepflegt. Bei unterschiedlichen Veranstaltungen, zT. auch überregional und international, kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz.
           Ich  wünsche  viel  Freude  an  unseren  gefiederten  Freunden !

Fachliteratur gibt es u A. von Ehlenbröker, Lietzow, Lantermann und v.d.Abeele. In der Vogelinfo der AZ, sowie der VZE Vogelwelt sind regelmäßig Züchterberichte zu lesen. 


Manfred Larisch




M e i n e   E r d b e e r k ö p f ch e n 

Ein  Agapornidenzüchter erzählt

DIESEN  BERICHT  HABE  ICH  FÜR   DIE  VZE  VOGELWELT  GESCHRIEBEN.  ER  ERSCHIEN  IN  HEFT  3 / 2022

In über 50 Jahren Vogelhaltung und Vogelzucht habe ich viele Erfahrungen und Erlebnisse, nicht nur mit Vögeln , sondern auch mit Menschen gehabt. Dieser Bericht soll vorrangig auf Erdbeerköpfchen ausgerichtet sein, aber auch Menschen spielen immer wieder eine Rolle. 
     Als ich, als junger Familienvater meine ersten Wellensittiche hatte, kam ich beruflich zu Hannes. Er erzählte mir viel von der  Austauschzentrale (so hieß die AZ damals) und seinen "Luzinos"  (Lutino WS). Meine Wünsche waren damals größer als mein Geldbeutel, und so blieb vieles zunächst nur ein Wunsch. Mit der Zeit hatte ich dann aber nach und nach auch Wellensittiche, Kanarien, Waldvögel, Wachteln, Zäubchen, Ex. Finken und irgendwann auch Großsittiche. Anfang der 70er Jahre schaffte ich mir die ersten Pfirsichköpfchen und Rosenköpfchen an. Ich hatte noch einige Großsittiche, aber die wurden bald von den Agaporniden verdrängt. 
     Ca. im Jahr 2000 sollten es dann auch Erdbeerköpfchen sein. Sie waren dann noch nicht so reichlich und auch nicht sehr günstig, vor allem nicht in guter Qualität. Außerdem galten sie als empfindlich.  Zu dieser Zeit hatte ich schon freundschaftliche Kontakte nach Dänemark. Bei der Suche nach guten Erdbeerköpfchen war mir kein Weg zu weit, und ich erwarb einige Vögel von verschiedenen Züchtern. Ich wußte wie gute Erdbeerköpfchen aussehen sollen, aber ohne dunkle Wangen war kein Vogel zu  finden. Bei einem Züchter der seine Vögel sehr angepriesen hatte, entfuhr es mir dann: " Das habe ich doch alles selbst". Er machte eine sehr saure Miene. 
     Ein paar Jahre habe ich versucht das Beste daraus zu machen. Ich hatte auch Nachzuchten, die aber noch weit von meiner Vorstellung entfernt waren. Namhafte Züchter sollte nun helfen. Im Bundesschaukatalog fand ich einen in Westphalen. Er war sehr hilfsbereit und im Herbst konnte ich mir vier Vögel aussuchen. Genau so hatte ich sie mir gewünscht aber das Geschlecht war unbekannt. Leider stellte sich heraus, daß es vier Hähne waren. Recht unzufrieden verpaarte ich zwei mit selbstgezüchtete Hennen. Das Ergebnis war überraschend. Schon als Jungvögel konnte man erkennen, daß sie mal sehr gut werden. Auf der Landesschau erhielten sie beste Bewertungen, uA. Landessieger Schl. Holkstein / Hamburg, Agap. Forpus. 
     Durch meinen dänischen Zuchtfreund Kim war ich einige Jahre  Mitglied im dänischen Agapornidenverein. Als von Kim und mir die Erdbeerköpfchen auf der Schau gezeigt wurden, war die Begeisterung riesig. Zu der Zeit war die Nachfrage nach meinen Erdbeerköpfchen nicht nur in Dänemark sehr groß. 
     Eine bekannte Wertungsrichterin sagte mal: "Die sind so richtig schön klein". Wertungsrichter stellen nicht nur bei Agaporniden besonders große Vögel immer gern nach vorne. Diese Aussage sollte den Größenunterschied zwischen Pfirsichköpfchen und Erdbeerköpfchen deutlich machen. 
     Da ich meist nur mit drei bis vier Paaren je Vogelart züchte, kann ich neue Zuchtpaare nicht dauerhaft aus meinen Nachzuchten entnehmen. Die Blutauffrischung mit guten gekauften Vögeln bringt nicht immer das gewünschte Ergebnis. Daraus ergibt sich ein dauerhaftes Testen, um mal diesen und mal jenen kleinen Fehler loszuwerden. Und genau das ist Zucht. Deutliche Fehler können uA. sein : die genannten dunklen Wangen, zu heller bis gelber Oberkopf, Maske und Latz können in Form und und Farbe fehlerhaft sein. Ich habe aber auch festgestellt, daß regional kleine Farbunterschiede verschieden bewertet werden. 
     Ich züchte meine Vögel fast ausschließlich im Schwarm in Volieren. Neben den Erdbeerköpfchen rein wildfarbig sind das Schwarzköpfchen rein grün, Rußköpfchen rein wildfarbig, und Rußköpfchen der Blaureihe .
     Mehrere Boxen von ca. 180cm Länge werden überwiegend genutzt um Paare zusammenzustellen. Die Außenvolieren  sind ca 1 x 2,5 m  bei einer Höhe von 2,2 m. Die Innenvolieren sind bei fast gleicher Breite und Höhe 2m tief. Die Verbindung zwischen innen und außen besteht aus einem großen Durchflug bzw. einer Tür, um eine lange Flugstrecke zu ermöglichen. Die Außenvoliere ist nur teilweise  überdacht, damit die Vögel auch Sonnenlicht genießen können. Ein kleinerer Teil der Seitenwände besteht als Windschutz aus Lichtbauplatten. Unter dem Kiesboden ist eine Schotterschicht, dadurch entsteht auch bei Starkregen keine Staunässe. Für die Aufnahme von Weidenzweigen, die besonders in der Zuchtzeit vermehrt gegeben werden, habe ich Stücke von Kunststoffrohr am Draht befestigt. Da sehr viel Material auf den Boden fällt, wird dieses regelmäßig abgeharkt und Kies nachgestreut. 
     Die Vögel werden im Winter nur drinnen und frostfrei gehalten. Eine höhere Empfindlichkeit der Erdbeerköpfchen konnte ich so nicht feststellen. 
     Vor Zuchtbeginn im Frühjahr wird die obere Kiesschicht ausgetauscht. In dieser Zeit mache ich auch mit allen Vögeln eine Wurmkur über das Trinkwasser. Sie können dann keine andere Feuchtigkeit aufnehmen. 
     Als Ruhe - und Schlafplatz nehmen die Vögel gerne Einzelsitze, getrennt durch Brettchen dicht unter der Decke an. Sie übernachten immer im Innenraum. Dieser ist mit LED Röhren beleuchtet, und hier ist es in der dunklen Jahreszeit länger hell als draußen. Zurzeit habe ich keinen Dämmerungsautomaten, sondern es wird nach dem Hauptlicht für ca 30 min eine kleine Lampe nachgeschaltet. Von Dämmerlicht in der Nacht halte gar nichts, da es nur zu Unruhe führt. 
     Bei unbeständigem Wetter kann man etwas Lustiges beobachten. Alle vögel sind draußen beschäftigt. Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne und es gibt leichte Windböen. Plötzlich sind alle Vögel nach drinnen verschwunden. Ist die Sonne wieder da, erscheint erst ein Vogel wieder daußen, man hört ein " piep " es kommt ein Zweiter und nach ein paar Lockrufen sind alle schnell wieder draußen. Das kann sich mehrmals wiederholen. 
     Etwas besonderes erlebte ich, als ich meine Erdbeerköpfchen in der Anfangszeit noch warm hielt. Mit zwei bis drei Paare hielt ich auch zwei Paare rotköpfige Papageiamadinen in der gleichen Voliere. Sie störten sich in keiner Weise, weder am Futter noch in der Brut. Auch unerfahrene Jungvögl wurden nicht belästigt. Beide Arten züchteten erfolgreich, die Erdbeerköpfchen in ihren Kästen und die Amadinen in ihren wesentlich kleineren Kästchen. Da ich für die Amadinen auch Mehlwürmer fütterte, beobachtete ich irgenwann, daß die Erdbeerköpfchen auch an der Schale saßen und auch Mehlwürmer fraßen. Diese Gemeinschaft habe ich ca. 2 Jahre gehabt, bis ich die Amadinen abschaffte, obwohl sie recht erfolgreich züchteten. 
     Die Zucht beginnt bei mir im Frühjahr, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die Vögel in Brutstimmung bringen. Wenn ich Vögel in den Boxen neu verpaart habe, kommen sie nun gemeinsam in die Voliere. Nachdem ich die Nistkästen angebracht habe, ist in der Voliere zunächst große Aufregung. Es werden immer mehr Nistkästen angeboten als es Paare sind. Mitunter erkenne ich, daß das Interesse an den Kästen teilweise bald nachläßt. Ich entferne sie dann wieder für einige Zeit, da ich möchte, daß möglichst alle Paare gleichzeitig mit dem  Nestbau beginnen. 
     Die Nistkästen haben eine liegende Form und einen Deckel zum Aufklappen. Diese Form ist für Kontrollen besser geeignet als ein Hochformat. Bei Kontrollen fällt mir auf, daß die Erdbeerköpfchen, das Nest meist gar nicht verlasse, auch größere Jungvögel sind recht gelassen. Schwarzköpfchen stürmen in der Situation meist blind davon. Nach der Brutsaison wird das Nistmaterial entfernt, die Kästen gereinigt und mit einem Gasbrenner innen und außen abgebrannt. Das scheint mir die beste Hygiene zu sein. 
     An jeder Volierentür habe ich für jedes Zuchtpaar eine Zuchtkarte. darauf stehen die Nestnummer, das Paar und das Jahr. Eingetragen wird hier: 1. Ei, Schlupf, Jungvögel und Bemerkungen. Gleichzeitig führe ich das früher vorgeschriebene Nachweisbuch für jede Vogelart getrennt, zur eigenen Übersicht. Über diese Eintragungen kann ich jeden Vogel zurückverfolgen. An den Volieren der übrigen Vögel sind Karten mit den Ringnummer und Anzahl der Vögel. Durch längeres Testen habe ich die Futtermenge pro Vogel und Tag ermittelt. Ich habe mir Meßbecher für zwei und sechs Portionen angefertigt. So kann ich die Körnermenge recht gut dosieren. Reste werden bei mir gesammelt, gereinigt und mit neuem Futter gemischt und verfüttert. Die Futterreinigung wird von manchen Züchter abgelehnt, ich habe aber noch nichts Nachteiliges erkannt. Es ist eher umgekehrt, es wird nicht nur die " Wurst vom Brot "  gefressen. Die Agaporniden baden gern. Wenn die Wasserschale flach ist, hüpfen sie gern hinein, sonst geht es auch vom Rand. 
    Als Hauptfutter habe eine Großsittichmischung ohne Sonnenblumen. Aufzuchtfutter biete ich ganzjährig trocken an. Die Aufnahme davon ist je nach Art und Jahreszeit recht unterschiedlich. Ein körniges Aufzuchtfutter wird aber bevorzugt. Eine Umgewöhnung ist schwierig. Im Frühjahr und Sommer gebe ich den Vögeln sehr viel Löwenzahn. Es wird gern und reichlich gefressen. Dafür habe ich in den Außenvolieren aufklappbare Raufen. Äpfel biete ich das ganze Jahr an. Im Garten habe ich Mangold ausgesäht. Hiervon fressen sie nicht nur die Blätter gern, sondern im zweiten Jahr sind auch die harten Stiele und Blüten interessant. An Mineralien haben sie immer Muschelgrit, Kalksteine und die halbfesten Mineralsteíne unterschiedlicher Hersteller. Muschelgrit werfe ich auch auf den Kiesboden in der Voliere. 
     Da ich auch Vögel für die Wohnungshaltung abgebe, ist das immer mit längeren Informationsgesprächen verbunden. Erdbeerköpfchen empfehle ich Interessenten gern, da diese nicht nur in der Lautstärke, sondern auch im Verhalten ruhiger sind als manche anderen Agaporniden. Gern zeige ich den Leuten, daß man einen gefangenen Vogel nicht festhalten muß. Er soll in der Hand sitzen und mit Daumen und Zeigefinger am Wegfliegen gehindert werden. Wenn man ihn dann noch am Kopf krault, hat er sich schnell beruhigt. Wiederholt habe ich dann schon gehört: " Der beißt ja gar nicht ". Nicht nur Züchter, auch Vogelhalter sollten für besondere Zwecke ein Fangnetz haben. 
     Aber auch andere kleine Erlebnisse möchte ich erzählen. Da meinte der junge Mann, dessen erste Vögel Erdbeerköpfchen sein sollten: " Du brauchst mir nichts mehr erzählen, ich weis schon alles ". Ich war sehr estaunt, denn ich weiß noch nicht alles. Eine Frau schickte ich zu einem Neophemenzüchter, weil ihr dir Agaporniden zu laut waren. Sie rief mich an " Die piepen ja auch". Nach meinem Vorschlag Fische in den Käfig zu setzen, die piepen nicht, legte sie auf.  Schön sind aber die staunenden Kinderaugen, wenn sie sich vorstellen solle, daß aus den nackten kleinen Vogelbabies einmal so prächtige Vögel werden. 
     Es gibt auch freudige Überraschungen. Ein dänischer Vogelfreund der auf Grönland lebt, hatte Erdbeerköpfchen von mir erhalten. Auf einer späteren Börse in Dänemark übergab er mir ein Päckchen. " Ein Weihnachtsgeschenk von meiner Frau " Es waren zwei sehr schöne selbstgemachte Keramik Kerzenhalter. Sie hatte sich über die Vögel sehr gefreut. Ein Züchter aus dem Saarland schickte mir ein Päckchen, nachdem er Vögel von mir erhalten hatte. Ich wollte doch die Transportkiste  nicht zurückhaben. Die war es auch nicht, sondern zwei sehr schöne handbemalte Trinkgläser mit Namen, als Dankeschön. Auch das gehört wie viele andere Erlebnisse zu unserem schönen Hobby. 
     Für Agapornidenzüchter ist zu bedenken, daß Erdbeerköpfchen nach der Artenschutzverordnung mit Artenschutzringen beringt werden müssen. Eine offene Beringung ist nach glaubhafter Begründung nach Antrag möglich. Weiter müssen Sie vom Züchter dokumentiert und bei der zuständigen Behörde gemeldet werden. Sie sind frei handelbar. Bei Abgabe muß der Verkäufer aber einen Herkunftsnachweis ausstellen. Die zuständige Behörde in Schleswig Holstein ist das Landsamt für Landwirtschaft, Umwelt, usw. Dort sind Ornitologen zuständig, die Sachkenntnisse haben. Leider ist in einigen Bundesländern der Kreis oder die Stadt hierfür zuständig. Hier sind dann oft keine Fachleute, die neben der Bundesartenschutzverordnung eigene Regeln erstellt haben, und sogar Kompetenzen überschreiten. Eine Veterinärin aus Sachsen Anhalt mußte ihre lukrativen Sondergenehmigungen, nach meinem eindringlichen Hinweis auf Bundesverordnungen, einstellen.

Manfred Larisch 
    

  

Agaporniden im Freiflug


Was versteht man eigentlich unter  Freiflug? Es sind Vögel, die wir in unseren Volieren halten und versorgen, ihnen aber ständig oder zeitweise den Freiflug außerhalb der Volierenanlage, durch öffnen der Volierenanlage erlauben. Für diese Vögel ist die Volierenanlage ihr zu Hause. Hier fressen sie, hier übernachten sie, und hierher flüchten sie bei Gefahr. Ebenso ziehen sie hier ihre Jungen auf. Wenn das alles nicht mehr der Fall ist, ist es Auswilderung. Das ist für fremdländische Vögel verboten. Es sind auch nicht alle exotischen Vogelarten in der Lage in unseren Breiten dauerhaft zu überleben. Die bekannteste Ausnahme sind wohl die vielen tausend Alexandersittiche im gesamten Rheingebiet. 

Daß ich sei Jahren wiederholt auch Agaporniden im Freiflug gehalten habe, hat mehrere kleine Vorgeschichten. In den 1960 er Jahren war es mir bekannt, daß Dompfaffenzüchter während der Jungenaufzucht die Eltern frei fliegen ließen, um natürliche Nahrung zu sammeln. Später hörte ich wiederholt von Agapornidenzüchtern, daß sie Vögel im Freiflug hatten. Bei einem bekannten Züchter habe ich es dann auch gesehen. 

Unfreiwillig habe ich in der Vergangenheit festgestellt, daß wohl nicht alle Arten dafür geeignet sind. Aus unterschiedlichen Gründen gelegentlich entflogene Schwarzköpfchen waren am nächsten Tag immer wieder an der Voliere und konnten eingefangen werden. Ein Schwarzköpfchen, daß bei stürmischem Herbstwetter entkam, habe ich nicht mehr gesehen. Als ein Nachbarskind unbemerkt meine Volieren geöffnet hat, entkam fast der gesamte Zuchtstamm ( 12 Vögel ) Rosenköpfchen. Trotz Sommerwetter habe ich keinen davon wieder gehört oder gesehen. Mit dieser Erfahrung und weiteren Informationen gehe ich davon aus, daß Schwarzköpfchen, Rußköpfchen und Erdbeerköpfchen hierfür wohl eher geeignet sind, Rosenköpfchen aber scheinbar nicht. Auch ein später entflogenes Rosenköpfchen tauchte nicht mehr auf. 

Für den Freiflug habe ich bei mir eine Voliere mit einer Dachklappe versehen. Seit einigen Jahren habe ich wiederholt einige Schwarzköpfchen, Rußköpfchen und Erdbeerköpfchen im Freiflug gehalten.  Eine Zucht hiermit ist nicht beabsichtigt. In einem Fall hatte sich aber ein Paar Rußköpfchen mit Brutabsichten gebildet. Ich gab ihnen einen Nistkasten in die Voliere, und sie zogen 5 Junge auf. Als die Jungvögel flügge wurden, habe ich die Voliere geschlossen. In einem anderen Fall kam eine Henne nur noch zum Fressen, und der Hahn übernachtete dann auch nicht mehr in der Voliere. Der Legebauch der Henne zeigte, daß sie ausserhalb ein Nest haben mußte. Ich sperrte die Vögel wieder ein und gab ihnen einen Nistkasten. Es folgten noch 3 Eier und eine Brut. 

Da die Vögel aber keine Erfahrung mit natürlichen Feinden haben, werden sie  auch leicht Beute von Sperber, und wohl noch öfter von Nachbars Katze. 

Die Vögel, die für den Freiflug vorgesehen sind, kennen ihre Voliere und den Ausblick in ihr zukünftiges Revier seit Langem. Im Frühjahr bei gutem Wetter habe ich die Dachluke geöffnet
 und sie wird normalerweise erst im Herbst wieder geschlossen. Am Abend sind die Vögel meist wieder in der Innenvoliere auf ihrem Schlafplatz. Wer am zweiten Tag nicht dort ist, ist wohl verloren. Bei schlechtem Wetter verlassen die Vögel den Innenraum oft gar nicht. Bei schönem Wetter sind sie aber auch lange fort. Man kann erkennen, daß manche Vögel einen Lieblingsplatz im Garten haben. Sie besuchen aber auch gern ihre Artgenossen am Volierendraht. Die gewohnt geringe Fluchtdistanz wird erkennbar größer. 

Für einen Vogelfreund sind diese Erlebnisse etwas Besonderes, auch wenn im Herbst nicht mehr alle da sind. Ich weis aber auch, daß ein kompletter Verlust in kürzester Zeit möglich ist.

Dieser Bericht gibt meine Erfahrungen wieder. Diese Angaben, die durch Bilder belegt sind, müssen keine allgemeine Gültigkeit haben, und sollte nicht als Maßstab von unerfahrenen Vogelhaltern genutzt werden. Wer hier leichtfertig handelt, kann ev. mit dem Gesetz in Konflickt geraten.  Auch ich habe nicht in jedem Jahr Freiflieger. 

Manfred  Larisch